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Sagt der Walfisch zum Thunfisch

Carsten Brandau
PREMIERE 3. März 2019
Dauer ca. 1 Std.
Alter Für alle ab 8 Jahren
letztmals in dieser Spielzeit
So 23 Jun

DU und ICH verbindet ihr Herzschlag, der Rhythmus und Ursprung des Lebens. Sprachvirtuoses, musikalisches Kinderstück über das Menschsein, der Existenz von Elite(n) und Perspektiven.
15:00 — 16:10 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel

Inhalt
DU und ICH stehen sich gegenüber. Wer sie sind? Wer auch immer, sie könnten jeder sein, verbindet sie doch etwas: ihr Herzschlag, der Rhythmus des Lebens und der Anfang von allem. Schnell eint die beiden aber mehr als nur ihre innere Musik und die Frage nach ihrer Identität, denn es fängt an zu tröpfeln, bald zu regnen, dann zu schütten. Als den beiden das Wasser bis zum Bauch reicht, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als den rettenden Weg Richtung Zuschauerraum einzuschlagen. Doch dort wacht Noe und erklärt, dass nur echte Musiker mit an Bord dürften und das Orchester ohnehin schon komplett sei.

Carsten Brandau behandelt in seinem sprachvirtuosen, musikalischen Kinderstück auf spielerische Art und Weise die Themen des Menschseins, der Existenz von Elite(n) und Perspektiven. Er fragt, ob die Rettung vor dem, was wir real nennen, vielleicht nur durch die Kraft der Fantasie und der Liebe erfolgen kann. Dafür verwendet er die biblische Metapher der Sintflut, verbindet sie mit der einfachen Annahme, dass Lebewesen durch einen Herzschlag miteinander verbunden sind und verstrickt das Ganze in einer unmöglichen möglichen Jazz-Partitur. Denn was möglich ist und was nicht, das müssen immer noch wir selbst entscheiden.
»Dein und mein Herz / Die sind verstrickt / Ineinander / Die können Sie nicht trennen«

Sagt der Walfisch zum Thunfisch
Pressestimmen
HNA, Kirsten Ammermüller
Ein wunderbares Stück über Freundschaft und Ausgrenzung, über mich und dich, über meinen und deinen Gott, der aber nicht unser Gott ist.
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5. März 2019
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HNA  5. März 2019

Über das Du und Ich: Premiere von "Sagt der Walfisch zum Thunfisch" im tif in Kassel

Ein wunderbares Stück über Freundschaft und Ausgrenzung, über mich und dich, über meinen und deinen Gott, der aber nicht unser Gott ist.
Bibelgeschichte mit Groove: Philipp Rosendahls Neufassung von "Arche Noah"

Wer bist du, wenn ich ich bin? Und warum schlägt mein Herz wie deins, wenn es doch deins ist? Mit dem neuen Stück „Sagt der Walfisch zum Thunfisch“ bringt Philipp Rosendahl mit dem Jungen Staatstheater eine moderne Variante der biblischen Geschichte der Arche Noah auf die Bühne und wendet sich dabei an ein Publikum ab acht Jahren.

Das 2017 mit dem Brüder-Grimm-Preis ausgezeichnete Stück von Carsten Brandau verfolgt philosophisch und sprachgewandt menschliches Miteinander durch alle Höhen und Tiefen. Rosendahls Inszenierung verbindet die Wortgewandtheit von Carsten Brandaus Stück mit der Klangkunst des Kasseler Musikers Olaf Pyras. Dafür gab es am Sonntag bei der Premiere im tif viel Beifall.

„Bumm, bumm“ schlagen die Herzen von Ich und Du, hervorragend gespielt von Alexandra Lukas und Meret Engelhardt, bald im gleichen Takt. „Pling“ zwinkert Ichs Auge zurück und „Umpf“ meldet sich Dus Bauch zu Wort. Doch dann macht es auf einmal „Plitsch“ und „Platsch“ – das ist der Regen, der auf die Erde tropft und gar nicht mehr aufhören will zu tropfen. Als Ich und Du bis zum Bauch im Wasser stehen, flüchten sie in Richtung Zuschauertribüne, wo sich die Arche befindet.

Doch da versperrt ihnen Noe (Artur Spannagel) den Weg und erklärt, dass das Boot bereits voll und darauf sowieso nur Platz für Musiker sei. Sind Ich und Du verloren? Oder kann ein Witz über den Walfisch und den Thunfisch Rettung bedeuten?

Ein wunderbares Stück über Freundschaft und Ausgrenzung, über mich und dich, über meinen und deinen Gott, der aber nicht unser Gott ist. Die tiefgreifend existenziellen Fragen werden von Artur Spannagel stimmgewaltig gerappt, begleitet von Olaf Pyras. Dieser hat für das Stück die akustische Untermalung und Komposition geliefert. Er experimentiert mit unterschiedlichsten Materialien und schafft so einen Klangraum, welcher dem Stück Spannung verleiht und einen unglaublichen Groove liefert. Dies wird von Sibylle Pfeiffer bei der Gestaltung der Bühne aufgegriffen und wunderbar durch zwei bewegliche Wände umgesetzt, welche Ich und Du verschieben und sich dahinter verbergen können.

Philipp Rosendahl, der am Staatstheater zuletzt die „West Side Story“ inszenierte, zeigt auch hier ein ausgeprägtes Gespür für Feinheiten im menschlichen Miteinander und bei der Umsetzung anspruchsvoller Inhalte.
Kirsten Ammermüller
KulturMagazin, Sibylle Kröger
Hoch zu loben ist neben der genialen Inszenierung von Philipp Rosendahl die Leistung der Schauspieler, denen es gelingt, diesen extrem schwierigen, da absurden Text leicht und kindgerecht zu präsentieren. Kurzum: Die Zuschauer erwarten unterhaltsame 70 Minuten. Die Absurdität der Dialoge und der immanente Wortwitz führen zu manchem Lacher.
1. April 2019